Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 13.02.1689

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ob wollen ich mit großen freüden aus ewer Durchlaucht gnädigem 3schreiben vom 8ten dis ersehen, das sich mit dero 4cattarr widrumb beßern duet, so bleib ich doch 5noch immer in sorgen, weil er noch nit völlich 6vergangen, das eigenhendige schreiben werde ewer 7Durchlaucht widerumb newe vngelegenheit veruhrsachen, 8destwegen ich mich dan nachmahlen aus kintligster 9lieb vntersteh, ewer Durchlaucht vnterdehnigst zue bitten, sich 10doch mit selbigen nit zue bemüehen, sondern mihr 11nuhr durch andre hant dero gnädigen befehl zu würdigen. 12Mihr ist iah genuech, wan ich weis, das ewer Durchlaucht woll


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13auf seindt vnd mich in dero gnade erhalten. Es ist 14mihr wohl herzlich leidt, das die franzosen so 15übel haußen, gott aber ist gerecht, der wirt 16ewer Durchlaucht diß alles wider ersezen, dan er die seinen 17nit verlaßet vnd das vnrechte strafet. 18Wegen meines bruder Carls gemahlin werden ihre 19Mayestät gegen die zeit schon befehlen, das die wohnung 20vohr sie zuegericht wirt sein. Ich wüntsche 21von herzen, das ihr möge die angefangne 22cuhr wohl zue schlagen vnd der erwünschte 23effect balt darauf erfolgen. Wegen des 24Schassignet negotiation, so hatt er sich in niks 25eingelaßen, sondren nuhr angehört zue refferiren, 26annebens bestendig protestirt, das er weder 27plenipotens, weder comission zu negotiren hab. 28Was hier ihn der conferenz ihr Mayestät vermeint, 29werden ewer Durchlaucht heünt oder doch mit nechstem 30empfangen. Wegen Trient, wan mihrs ewer Durchlaucht 31gnädig befehlen, will ichs ihr Mayestät vohrdragen. Ich weis


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32mich aber zue erinneren, das ewer Durchlaucht selbsten 33einmahl bedenken gedragen, es vohr einen meiner 34brüeder zue verlangen, weilen das bistumb immer 35mit ihr Mayestät als Grauen von Tirol in strittichkeiten 36seindt. Also hab ich nochmahlen ewer Durchlaucht solches 37vnterdehnigst erinnern wollen, zue dem, das der Papst, 38wie er ist, schwerlich dispensiren wirt. Erwart ewer 39Durchlaucht gnädigen befehl. Die Erzherzogin wirt gestern sein 40auf Prag kommen, befindt sich beßer, gott lob. 41Ich will ewer Durchlaucht auch nit lenger mit mein 42schreiben vngelegenheit machen, due mich in dero gnade 43vnterdehnigst befehlen vnd werde sterben 44ewer Durchlaucht 45vnterdehnigste trewgehorsamste 46dochter 47EMT 48Wien den 13ten februarij 168949Ich bekom ein brif von der Königin in 50Polen, das sie mihr ihren sohn Carl recomendirt 51auf Trient . Ich glaub zwar, das eben aus 52der obgedachten vhrsach niks draus wirt, doch wehr mein vnterdehnigste vnd vn- 53masgeblige meinung, weil dis bistumb von schlechter importanz 54vnd der Herzoch von Lottring in der costnizen sach so eifrich 55vohr mein brudern her geschriben vnd gleich erinnert, es wehre beßer, die 56guete corespondenz zwischen vnsern heüsern zue erhalten, sich nit mit ihm in competenz 57zu sezen, doch erwarte ewer Durchlaucht gnädigen befehl.