Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Brandeis / Brandýs nad Labem am 14.10.1679
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht schreiben vom 6 dieses hab ich mit 3schuldigstem respect empfangen. Bitte vntterdehnigst 4vmb vergebung, wan ich diese post nit auf 5alles antworten kan. Ewer Durchlaucht werden von ihr Mayestät, 6meinem gnädigsten Kaiser, vndt vom Dokter Hueber 7vernommen haben, wie es mihr geht. Hoffe 8aber zue gott, das noch wohl wirt ab gehn. 9Ich will ewer Durchlaucht vohrschlag ihr Mayestät gehorsamst 10vohrbrengen vndt mit nechstem alles be- 11antworten. Was Cuhr Mains anbelanget, so 12bedunket mich, ihr Mayestät hetten keinen üblen lust, 13auf den Grafen von Ötingen von Öting, dar will ich 14treülich zue helfen, aber ewer Durchlaucht antworten 15hierauf nit, dan ich nit erlaubnus begert, dieses 16zue schreiben, vndt iezt seint ihr Mayestät nit hier. 17Damit suech ich mich im credit zue erhalten, das 18ich in allem allezeit erst frag, wan es gleich niks 19zue bedeüten hatt als wie dieses. Das ewer Durchlaucht noch ein 20mahl dem residenten befohlen, wegen des Herzogen 21von Lottringen ist gahr guett, dan die leütt seint 22bisweilen in dergleichen sachen vnuorsichtig. Ich 23hab wohl gewust, das ewer Durchlaucht intention so ist, aber 24mihr wahr nuhr angst vohr des menschen vnuohrsichtich- 25keit. Due mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade befehlen, 26sterbe 27ewer Durchlaucht 28ganzergebenst trewgehorsamst 29dochter 30EMT 31Brandis den 14 octobris 167932Vetter Pfilipp ist ankommen, 33will wohl mein best duen, das 34ihm geholfen wirt. Ihr Mayestät haben sich auch gnädig erzeigt.




