Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Brandeis / Brandýs nad Labem am 21.10.1679

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtigster Fürst, herzaller liebster herr vatter 2Ich verhoffe, ewer Durchlaucht werden sich in guettem wohlstandt 3befinden. Diese post hab noch keine brief empfangen, 4hoffe aber, selbige zue Prag zue finden, wahin 5mihr könftigen erigtag werden, dan ich mich iezt 6widerumb wohlauf befindt. Was ewer Durchlaucht gemeldet 7haben wegen der Obristhoffmeistrin, dem ist woll also, 8das ihr Mayestät nit gern sehen wurden, wan ich eine 9außer der erblanden nemmen wurde vndt auch alle 10die hiesigen sich gahrsehr darwider klagen wurden vndt 11ich inen lieber vrsach zue einer affection als widerwillen 12geben wolte. Ist mihr deswegen wohl von herzen leidt, das 13ich mich der von Ripperg priuiren mueß, dan ich gahr 14wohl erkennen due, wie wohl ich mit ihr wurde bedient 15sein. Was aber die Rappach anbelangt, so gesteh ich, 16das sie sich bey den freilen wohl verhalten, mihr 17auch iezt in diesem meinem übelaufsein bey 18abwesenheit einer Obristhoffmeistrin wohl gedient. 19Hab auch auf ewer Durchlaucht recomendation mit ihr Mayestät 20daruon gerett, welche sich nit übel inclinirt 21dahin bezeigen, werden aber erst iezt, wan mihr 22auf Prag kommen, die resolution geben. Ich will aber


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23sehn, das ewer Durchlaucht gnädiges verlangen wegen der Rappach erfült 24werde, weilen ich mit der Ripperg nit hab könen solliche erfüllen. 25Was ich neülig geschrieben wegen des Grafen von Ötingen reise auf Meins 26haben ihr Mayestät resoluirt von nein aus vrsachen, das sie nieh 27kein gehaimen raht dahin geschikt. Ich zweifle aber gahr 28nit, das sie einen darzue ausklauben werden, der es hoffentlich29wohl machen wirt. Hiermit due ich mich in ewer Durchlaucht gnade 30befehlen vndt werde sterben 31ewer Durchlaucht 32ganzergebenste trewgehorsamste 33dochter 34EMT 35Brandeis den 21 octobris 1679