Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Linz am 28.09.1680

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8

Ausfertigungeigenhändig

221 r
Faksimile

1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vom 20 dis hab mitt schuldigsten 3respect vndt hösten freüden empfangen, weill 4ich daraus ersehn, das sich ewer Durchlaucht in so 5guettem wohlstandt befinden vndt die hirschfeist 6so wohl ist abgangen. Mihr seindt gestren auch 7draußen gewesen, haben aber niks bekommen. Gott 8gebe, das mit der auschpurgerischen coadiu- 9tori alles wohl abgeh vndt der Papst die 10sachen erkennen wirt, wie sie in sich seindt, 11so wirt er es hoffentlich nit difficultiren. 12Der Pater Marcus ist verwichenen mittwoch in 13aller frue von hie wekh zue waßer, 14wirt also hoffentlich balt bey ewer Durchlaucht sein. 15Ist wohl ein lieber vndt auferbawliger 16man, ich weis, ewer Durchlaucht werden großer 17satisfaction haben, ihn zue sehn. Es ist ein 18dumher von Preßlaw bey mihr gewesen, der


221 v
Faksimile

19zeigt sich gahr guett vohr mein bruedern, were 20mihr wol ein freüdt, wan die sach wohl 21abgieng, wie ich ein große hoffnung dazu 22hab, wie ewer Durchlaucht schon alles von Scheller 23werden gnädig vernommen haben. Due mich 24hiermit in ewer Durchlaucht gnade befehlen vndt werde 25sterben 26ewer Durchlaucht 27ganzergebenste trewgehorsamste 28dochter 29EMT 30Linz den 28 septembris 1680