Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 08.05.1681
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Es hatt mich wohl vnerhört bedruebt, aus ewer Durchlaucht 3gnädigem schreiben vom 2 zu ersehn, das sie widerumb 4mitt dem üblen stein geplagt sein. Hoffe zue 5gott, es werde nuhnmehr alles schon völlich beßer 6sein, welches ich wohl von herzen von gott bitte. 7Bin auch in höchsten ängsten, das die bemüeung 8mit dem schreiben ewer Durchlaucht möchte geschatt 9haben, welches mich in große sorgen gesezt. Bitte 10wohl aller vnterdehnigst, ewer Durchlaucht wollen sich doch 11dero gehorsamen kindt halber kein einzige vngelegen- 12heit an duen, dan si ich sonsten besorge 13in vngnaden zue sein, welchs mich wohl über 14alles bedrüeben wurde. Ich mues widerumb 15das zimmer, aber nit das bett hüetten, 16bin vergangen montag bey den carmeliterin 17gewesen, so mues jetzt wider zue haus 18bleiben. Vermeinen aber die ander woch auf 19Laxenburg zue gehn, wan gott niks anders
20schikt. Weil ich izt auser des betts, so hab ich 21gestren mit dem Schellerer gerett, welcher mihr ewer 22Durchlaucht gnädiges schreiben geben. Ihr Mayestät haben ewer Durchlaucht 23schon bey vohriger post dero gnädige meinung 24vberschrieben vndt vermeinen auch der Hoher, 25es möchte nit übel sein vndt ist gahr 26guett, das bruder Wolfgang mit ihnen geht, 27dan ich vermein, er werdt ihnen mehr nuzen 28als ein hoffmeister, dan sie werden sich 29dorten gewaldig in acht müeßen nemmen 30in ihrer conduite, dan der Papst vnaus- 31schprechlich heikel ist, das wirt bruder Wolfgang wohl 32in acht nemmen. Ich will auch noch 33ewer Durchlaucht mit meinem schreiben nit 34länger vngelegenheit machen, damit sie 35sich nit zue vill mit lesen bemüen. Duh 36mich also hiermit in ewer Durchlaucht gnade 37ganz vnterdehnigst befehlen, die ich






