Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Linz am 28.02.1684
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9
1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht sage ich vnterdehnigsten dankh vohr dero gnädiges schreiben 3vom 18ten dis, aus welchem ich ewer Durchlaucht guetten wolstandt 4ersehen, welches mich über alles erfreüt zue vernemmen. 5Die andren brief anlanget, bin ich woll alle wochen 6vnuerdienter weis mit ewer Durchlaucht gnaden zeilen begnadet 7worden, es müeste nuhr etwan sein, das ewer Durchlaucht mit 8der extra post geschriben hette, sonst ist keiner 9verlohren worden. Woll ist die post bisweilen ein 10dag oder 2 schpahter kommen wegen des üblen 11wegs, das ich nit gleich selbe post darauf ant- 12worten können. Sage ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh vohr dero gnädigen 13wuntsch, ich zweifle nit, durch die gnade, das ewer Durchlaucht meiner 14in dero gebet eingedenkh sein, werden sie ales von gott 15erhalten. Ich hab beyde vohrige posten aus mangel der 16zeit ewer Durchlaucht nit auf dero gnädige schreiben völlich beanworten 17können. Als wegen meines obrist hoffmeisters, ist noch 18keiner declarirt oder resoluirt, vndt ich dreib gahr nit
19nit drauf, dan ie lenger ich vom Fürsten kan bedient sein, 20ie lieber es mihr ist, aber wan gleich es resoluirt wirt, 21so glaub ich doch schwehrlich, das des Valkenmeister dienst 22vacirent wirt. Solt es aber geschen, werde ewer Durchlaucht 23befehl gemes ihr Mayestät dise beyde recomendiren. Bruder 24Ludwig regiment betreffend ist auch schon die anstalt gemacht, das soll 25bezahlt werden. Was ich wegen des Fukers geschrieben, 26das ich vernommen, das er nit lenger bleiben will, 27ist wahr, vnd wan ewer Durchlaucht gnädigst weder ihm noch andren 28daruon einige apertur wolten daruon duen, so vermeinetich, ich 29wolt die brief bekommen, welche er in diser materi 30geschrieben hatt, aber es müeste in höchstem secreto 31gehalten werden. Wegen Costniz, so haben ihr Mayestät aus 32gewißen erhebligen vhrsachen den Lantzè auf Inschpruk 33geschikt, werden aber die comission dem jungen Raßler 34geben, dises werkh zu negotiren. Wegen Pater Marco, 35so haben ihr Mayestät vernommen, das er auch gern auf 36Rohm wolt, also werden erst mit ihm concertiren, 37wie es mit einem vnd andern zue machen. Auf 38alle weis werden ihr Mayestät suechen, es so zeitlich zu 39machen, das ewer Durchlaucht auch dero consolation
40darbey haben mögen. Es komt jezt gleich die Kaiserin herumb, 41also due ich mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst befehlen, 42die ich sterben werde 43ewer Durchlaucht 44vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 45EMT 46Lins den 28 februarij 1684 47Postscriptum Wegen Modana seint 48ihr Mayestät auch der meinung, das man die sach 49trainiren soll. Sie laßen sich zwar schon ein auf 50die dritte, das wehr die Dorote, man mus






