Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Linz am 05.08.1684

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht werden aus meinen vohrigen schreiben so woll 3mit der post als auch durch den Grafen Fuker gnädigst 4vernommen haben, wie das mein Leopoltl die graßiren- 5de krankheit zue Lins auch bekommen vndt mihr 6deswegen benötiget worden, die andren kinder mit 7vns hierher zue nemmen. Selben dag zwar, wie der 8Fuker wekh, hatt ich nachricht den vohrigen abent, welches 9der 6te dag der krankheit wahre, das sich etwas beßers 10angelaßen, den 7ten aber hatt es sich in einem 11augenblickh geendert vnd ihn ein kelte ankommen, das man 12ihn nimmer erwermen können vnd hatt also dem 13almechtigen gefallen, ihn zue anfangs des 8ten dags der 14krankheit als den 3ten dis abens vmb 10 vhr zue sich 15zue nemmen. Gott gibt vnd nimbt das seinige, von seiner 16hant ist alles sueß, sein will sey gebenedeit. Mihr seint 17heünt gottlob alle gelükhlich hier ankommen vnd alle


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18alle durch seine gnade wohl auf. Mein gröster trost wirt sein, 19wan ich balt die gnade werd haben, ewer Durchlaucht vnterdehnigst zue 20bedienen, welches mihr alles dises leidt in freüdt verendren 21wirt. Er ist im himmel, hett er gelebt, hette villeicht 22gott nit recht gedient, so ist beßer auf diese weiß. 23Gott weis alles, wahrumb er es duet, vnd alles 24ist zumb besten von seiner güette vnd vohrsichtig- 25keit, waß er vns schiket, also bin ich herzlich woll 26zuefriden, das in dißem sein will erfüllet worden. 27Due mich vnterdehnigst in ewer Durchlaucht gnade befehlen vnd bitte 28vnterdehnigst, sich dises nit alzufast zue herzen zue nemmen, 29waran ich nit zweifle in erwegen dero grosmüetichkeit 30vnd vereinigung mit gott. Ich werde aber sterben 31ewer Durchlaucht 32vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 33EMT 34Linz den 5ten august 1684