Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 03.05.1685
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9
1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Ich mues abermahl kommen vmb gnädigste vergebung zu3bitten, das wider kurz mueß antworten, seint heünt 4ausgewesen vnd schpaht heim kommen in der Neü- 5statt . Will alles ersezen, woh mihr, wan gott niks anderst 6schikt, könftigen montag werden dorthin gehen, damit ihr Mayestät dort 7die beys mögen haben, weil es von hier aus gahr 8zue weit ist. Weil mihr vohrgestern dero glükhsehligen 9nahmensdag begangen, als wüntsche ich ewer Durchlaucht aus kintligen 10herzen alles erdenklige wollergehn mit deren vnzahl- 11bahren villen volgenden jahren, aller deren vnterdehnigsten kindern zum 12trost. Der Josephl hett auch sein vnterdehnigste schuldichkeit 13abgelegt, wegen seines groben cattars aber hatt er noch 14nit schreiben können. Wirt auch deswegen jezt nit mit 15auf die Neüstatt, bis er vergangen ist, es ist doch 16alsgemach etwas beßer, hatt gottlob kein alteration 17darbey, so hoff werd balt gahr auf hören. Wegen
18des Reichenbach haben ihr Mayestät schon befohlen vnd will ich 19dreiben, das mitt nechster post mög überschikt werden. 20Wegen der Erzherzogin, so ist sie wider wollauf 21vnd die Kaiserin will durchaus, das sie kommen 22solle, sagt, es lige ihr gesuntheit vnd leben dran, 23so förchte, es werd schwehr zue verhindern sein, 24dan ewer Durchlaucht kennen woll, wie es dort bestelt ist, wan 25man sich in ein sach incapricirt. Due mich hermit 26nochmahlen vnterdehnigst befehlen vnd werde sterben 27ewer Durchlaucht 28vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 29EMT 30Wien den 3ten maij 1685





