Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg an Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg, Düsseldorf am 26.03.1712

Österreichisches Staatsarchiv Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Staatenabteilung, Palatina 48, Fasz. 1

AusfertigungSchreiber

EMT wird sich erinnern, dass JW durch ein einstimmiges Gutachten des Kurfürstenkollegiums auf dem Reichstag in Regensburg nach der Achterklärung gegen die Kurfürsten (Joseph Clemens) von Köln und (Maximilian II. Emanuel) Bayern die nach der böhmischen Krone zweite weltliche Kurwürde seiner Ahnen samt dem Truchsessamt, der Oberpfalz mit der Grafschaft Cham ohne Einschränkungen erhalten hat. Kaiser Joseph I. hat dies genehmigt und auch im Lehensbrief für die Oberpfalz vom 23.06.1708 bewilligt. Dann wurden aber die zur Oberpfalz gehörigen Pflegämter Rotenberg und Hartenstein der Reichsstadt Nürnberg übergeben. Nachdem der jetzt regierende Kaiser (Karl VI.) in seiner Wahlkapitulation das erwähnte, auszugsweise beiliegende Gutachten beschworen hat, hofft JW auf Restitution. Legt auch einen Auszug eines Berichts seiner oberpfälzischen Regierung bei; diesem zufolge werden die katholischen Untertanen der beiden Pflegämter von den derzeitigen unkatholischen Inhabern unterdrückt, sodass zu befürchten ist, dass sie wegziehen oder den lutherischen Glauben annehmen könnten. Bittet daher um EMTs Unterstützung.

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