Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 30.05.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/6

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, mein herzallerliebster herr bruder 2Ich hab dero liebsts schreiben vom 13ten dis woll 3empfangen vnd mit freüden dero guetten wohlstand 4daraus ersehn. Hoff, sie werden auch ein guetten 5schpaß mit der beys haben zue Grimlichausen . 6Mein, lebt der alte Pastor noch mit seiner Morgret. 7Wan er noch lebt, bitt ich, dero Liebden recomendiren mich in 8sein gebett, dan er ist gahr ein frommer man mit sambt 9seinen schönen coleraturen. Hier gieng die beis gut, 10aber haben aber wehnig vögel, doch haben etlige 11schöne reiger gefangen. Was dero Liebden mihr schreiben vnd 12begeren wegen des Starenbergs, so duen sie gahr recht, 13das sie verlangen, ihr Durchlaucht, vnsern gnädigen herrn vattern, consolirt 14zue sehen, welches gewis ich auch nit wehniger gern 15dehte darzue cooperiren, dan dero Liebden woll wißen, was 16ein herzlich kintlige lieb ich gehgen seine Durchlaucht allzeit ge- 17dragen vnd bis an mein endt behalten werd. Allein 18kan ich ein mahl in dißem nit dienen, dan ihre


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19Mayestät, mein gnädigster liebster Kaiser, wegen vnterschidlichen vhrsachen, 20so ich ihr Durchlaucht, vnsern gnädigen heren vattern, wie auch der 21Erzherzogin selbsten überschriben, nit darein condescen- 22diren können, hoffen also dan sie finten, das dero dienst 23gahr zue vill darbey leiden wurde, welches dero Liebden nit 24begeren werden. Hoffen also, dero Liebden werden sich mit dem 25Fuker contentiren, auch die Erzherzogin vnd ihr 26Durchlaucht, vnsern gnädigen herrn vattern, dahin helfen disponiren, 27das es möge bey disem sein verbleiben haben. 28Dem Starenberg werden ihr Mayestät so vill andre 29gnade erzeigen, das er sich contentiren wirt vnd 30seiner dienst, so er ihr Durchlaucht, vnsern gnädigen heren vattern, 31als sein Obristhoffmeister leisten wirt, als ihr eigene 32erkennen. Ich mues enden, dan die zeit erleid nit 33mehr zue schreiben, hab der Erzherzogin alle hiesige 34zeitungen geschriben. Due mich dero Liebden befehlen vnd 35werde sterben 36dero Liebden 37getrewste schwester 38EMT 39Laxenburg den 30ten maij 1688


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40Postscriptum

41Auch, herzliebster herr bruder, hab ich ich selbige erinern wollen, 42das disen brief zue dem endt geschriben, ihn auf 43Heidelberg vnsern gnädigen herrn vatter zue schiken. Sie können sich 44darbey anfragen, was sie weiters sollen in der 45sach duen vnd offeriren, alles gern zue prestiren, 46dan ihr Mayestät werden doch bestendig beim Fuker 47bleiben, warauf sich dero Liebden vnd mein liebe Erzherzogin 48frey verlaßen können. Adio, ich bleib wie oben 49EMT