Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 05.03.1689

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

42 r
Faksimile

1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Durch dißen curir werden ewer Durchlaucht ausfürlich ver- 3nemmen, was ihr Mayestät meinung so woll in der 4geferligen sach bey meinem brudren, als auch wegen 5Heidelberg vnd deren landen conseruirung ist. Ihr Mayestät 6völker ligen so nahet sie können, ist aber das 7übleste, das die franzosen so alles verderbt, das 8sie kaum leben können. Das meiste ist, warauf 9man sich befleist, das die campagne möge 10früe anfangen, wie dan auch schon die meisten 11regimenter marschiren, ein deil seint aber weit, 12iedoch duet man, was man kan. Wegen des Staren- 13bergs, weil er noch nit so balt kunte gehn, vnd


42 v
Faksimile

14werden ewer Durchlaucht auch ihr Mayestät meinung vernemmen, das 15man wen andren schiken soll. Heünt befindt sich gottlob 16die Erzherzogin zimlich woll, doch auf den abendt bleibt 17sie in zimer vnd legt sich beyzeiten nider, bis 18sie die kreften beßer erholt. Damit ich den curir 19nit aufhalt, ist auch heünt noch vill in Schpanien 20zue schiken, also due mich ewer Durchlaucht vnterdehnigst befehlen vnd 21vnd werde sterben 22ewer Durchlaucht 23vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 24EMT 25Wien den 5 merz 1689