Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Ödenburg / Sopron am 27.08.1681
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Mitt höchsten freüden hab ich aus dero gnädigem schreiben vom 315 dis dero widerumb follich recuperirten wohlstandt 4vernommen, wie auch, das mein herr bruder Ludwich Liebden widerum5durch die fürbitt der allergüettigisten muetter 6widerumb zue vohriger gesundtheit gelanget ist, 7gott sey ewich gelobt vndt erhalte ewer Durchlaucht beide 8vndt meine geschwister verners. Es wehre vohr mich 9wohl der gröste trost von der welt, wan ich das 10glükh hette, dießes wunderdehtige bilt ein mahl 11zue besuechen. Ich hoffe als so lang ich kan. 12Das sie zue Regenspurg in der frankhforterischen 13sach sich beßer anlaßet, freüet mich, gott wirt 14ihre herzer regiren. Ich glaub nit, das diese sach 15ihr Mayestät intentiones in einiger sachen vill verendern16wurde, bin aber nit in diser sagen wegen der armatur17informirt. Gott geb einen guetten lantagschlus hier, 18welches ich wohl hoffe, aber die gutte vngren 19seindt gahr enderlich, das man sich auf niks ver- 20laßen kan, bis der efect erfolgt. Sonst laßen 21sie sich iezt zimlich fein ahn. Es wehr mihr 22wohl ein freüdt geweßen, wan Pater Marcus hette
23mögen sehn. Ich förchte aber, er werde auch nit 24sein auf Neüburg kommen, dan er schreibt mihr, 25das er gradt durch die Schweiz in Italien geh, 26weilen in der Papst baldt zue Rohm verlange, 27er solle auch dorten die könftige vasten 28predigen. Also hab ich dismahl kein hoffnung. 29Wan Pater Jochem mit ihm hette können kommen, 30were wohl ein guette gelegenheit geweßen. 31Sage ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh, das sie kes vndt 32wein mit haben wollen schiken, bin nit wert, das 33ewer Durchlaucht so auf mich mit dero vngelegenheit 34gedenken. Wirt villeicht schon ein ander gelegenheit 35sich ereignen. Wegen bruder Carl Liebden werden ihr Mayestät 36auch noch weiter dise sach in Schpanien durch 37den Grana recommendiren laßen. Ich weis gewis, 38das vnsere Königin ihr best eifrich duett, den 39sie erzeicht gegen mich wohl gahr große lieb, 40aber bericht ewer Durchlaucht vnterdehnigst in perse, das sie 41drinen die guette fraw wehnig gelten laßen, 42sonsten wurden offt die sachen beßer gehn. 43Aber ich hab gleichwohl nit desperirt am priorat, 44werden alle vnser best duen. Das es große dificcul- 45teten hatt, ist nit ohn, aber in den stifften
46seint deren nit wehniger, gott wirt schon sein gnade 47geben. Wegen des lieben alten Deütschmeisters, 48so werden ihr Mayestät auf alleweis ihn in etwan 49consoliren, haben auch deswegen heütt ihr Mayestät 50etlige vohrschläch von des Deütschmeisters seinem 51residenten über geben, vndt werden ihr Mayestät 52ehistens resoluiren entweder dis, oder auf 53ein andre weis ihme einige consolation 54zue geben. Ich will auch schon fleisig anmahnung 55duen. Wegen des Fauoriti, will in auch ihr Mayestät 56recomendiren, so vill ich kan, aber izt ist 57kein apertur. Wan einmahl solten einige geschen, 58will ihn recomendiren, will mich aber erst infor- 59miren, waß er vohr ein mensch ist, vndt ob er 60zue ihr Mayestät diensten in diser schargi capace 61ist, sonst weis ich wohl, das es ewer Durchlaucht nit 62begehren. Das gnädige schreiben aus der canzlei wegen des 63Stadels hab noch nit bekommen. Ich hab niks 64gehört, das man ihm einige schargi bedacht 65zue nemmen, will mich aber informiren 66vndt in bestens recomendiren vndt gewis 67eifrig, dan er meritirts, ist ein brauer soldat, 68erlich vndt dienet ihr Mayestät trew.








