Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 25.10.1685

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herz allerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht sag ich vnterdehnigsten dankh, das sie wegen meiner 3niderkunft so gnädig sich mit mihr erfrewen wollen vnd 4so vill guttes anwüntschen. Werde mich befleißen, 5so ville gnaden abzuedienen vnd den kleinen Carl 6dahin zue erziehen, das er sich allezeit befleise, ewer Durchlaucht zue 7dienen vnd ein gehorsamstes enikel zue sein. Erfrewet 8mich von herzen, das sich ewer Durchlaucht in guttem wohlstandt 9befinden, gott erhalte dieselbe bestendig darbey. Meine 10brüeder seint auf Zell zue vnser frawen, mit dißer 11occasion hatt der eltere die concurenz mit dem 12Herzoch euitirt, welcher vergangen samstag anhero kommen 13vndt ehistens wider wekh wirt auf Inschprukh . 14Ich hoffe balt herfür zue gehen, weil mich so woll 15befindt vnd das wetter so schön ist iezt.


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16Darbey komt es mihr gahr hart an einzue sizen, forcht, 17wan nacher heraus geh, wirt es wider schantliger 18werden. Iezt werden ihr Mayestät auch noch vohr meinem 19herführgang den Josephl zue den mannen duen, 20gott geb, das er erzogen werde zue gottes ehr 21vnd des gemeinen besten. Ich mues heünt 22vnterdehnigst vmb vergebung bitten, das kurz schreib, 23es kommen zum erstenmahl die frawen, so hab 24vill gescheft, als mit ewer Durchlaucht gnad mich aufzuepuzen, 25dan sider des Josephl kintbett hab dis bett nit 26gebraucht. Due mich hirmit ewer Durchlaucht vnterdehnigst befehlen 27vnd werde sterben 28ewer Durchlaucht 29vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 30EMT 31Wien den 25 octobris 1685