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0001Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herz allerliebster herr vatter 0002Ewer Durchlaucht sag ich vnterdehnigsten dankh, das sie wegen meiner 0003niderkunft so gnädig sich mit mihr erfrewen wollen vnd 0004so vill guttes anwüntschen. Werde mich befleißen, 0005so ville gnaden abzuedienen vnd den kleinen Carl 0006dahin zue erziehen, das er sich allezeit befleise, ewer Durchlaucht zue 0007dienen vnd ein gehorsamstes enikel zue sein. Erfrewet 0008mich von herzen, das sich ewer Durchlaucht in guttem wohlstandt 0009befinden, gott erhalte dieselbe bestendig darbey. Meine 0010brüeder seint auf Zell zue vnser frawen, mit dißer 0011occasion hatt der eltere die concurenz mit dem 0012Herzoch euitirt, welcher vergangen samstag anhero kommen 0013vndt ehistens wider wekh wirt auf Inschprukh . 0014Ich hoffe balt herfür zue gehen, weil mich so woll 0015befindt vnd das wetter so schön ist iezt.


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0016Darbey komt es mihr gahr hart an einzue sizen, forcht, 0017wan nacher heraus geh, wirt es wider schantliger 0018werden. Iezt werden ihr Mayestät auch noch vohr meinem 0019herführgang den Josephl zue den mannen duen, 0020gott geb, das er erzogen werde zue gottes ehr 0021vnd des gemeinen besten. Ich mues heünt 0022vnterdehnigst vmb vergebung bitten, das kurz schreib, 0023es kommen zum erstenmahl die frawen, so hab 0024vill gescheft, als mit ewer Durchlaucht gnad mich aufzuepuzen, 0025dan sider des Josephl kintbett hab dis bett nit 0026gebraucht. Due mich hirmit ewer Durchlaucht vnterdehnigst befehlen 0027vnd werde sterben 0028ewer Durchlaucht 0029vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 0030EMT 0031Wien den 25 octobris 1685